(Foto: Rike Bach)

KZ Kemna

Bereits am 05.07.1933, also kurz nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten unter der Führung von Adolf Hitler am 30.01.1933, wurden die ersten Häftlinge in das Konzentrationslager (KZ) Kemna gebracht. Dort wurden sie Folter, Misshandlung und Erniedrigung unterworfen. Das Lager, das eigentlich für ca. 200 – 300 Häftlinge vorgesehen war, zeitweise aber bis zu 1000 Insassen hatte, befand sich in einem alten Fabrikgebäude zwischen Wupper und Bahnstrecke an der Straße zwischen Oberbarmen und Beyenburg gelegen.

Bis zu seiner Auflösung im Rahmen der reichsweiten Zusammenlegung von Konzentrationslagern am 19.01.1934 hatten rund 4500 Menschen unter den unwürdigen Bedingungen und Behandlungen dort zu leiden.

Augenzeugenberichte

Willi Weiler: Kemna, meine Erlebnisse im Konzentrationslager Wuppertal, 1998, Born-Verlag, Wuppertal

Karl Ibach: Kemna Wuppertaler Konzentrationslager 1933 – 1934, 1981, Hammer-Verlag, Wuppertal

Mahnmal KZ Kemna

Angeregt durch den Jugendring Wuppertal e. V. wurde ein Wettbewerb zur Errichtung eines Mahnmals durchgeführt. Nach Auswertung des Wettbewerbes, einer Spendenaktion aus den Reihen der Wuppertaler Bevölkerung und unter tatkräftigem Einsatz von Jugendlichen und Vertretern des Jugendrings konnte am 03.07.1983, also fünfzig Jahre nach dem Beginn der Unterdrückung in der Kemna, das Mahnmal nach dem Entwurf von Schülern des Gymnasiums Am Kothen eingeweiht werden.

Gedenkveranstaltungen

Im Rahmen der Errichtung des Mahnmals hat der Jugendring Wuppertal e.V. sich verpflichtet, jährlich Gedenkveranstaltungen am Mahnmal KZ Kemna durchzuführen. Diese finden jeweils im Sommer, zeitnah zum Tag der Inbetriebnahme des KZ Kemna, und am Volkstrauertag im November statt.

Die aktuellen Termine sind im Terminkalender aufgeführt.

Lage / Anreise

Das Mahnmal KZ Kemna liegt am Karl-Ibach-Weg, oberhalb der Beyenburger Straße und gegenüber der Fläche, auf der sich das KZ Kemna befand.

Hier finden sie den Stadtplan.

Die Bushaltestelle "Mahnmal" befindet sich unmittelbarer Nähe.

Seit Herbst 2001 ist das Mahnmal auch über einen Wanderweg aus erreichbar:

Der Weg wurde von einer Gruppe Wuppertaler Schülerinnen und Schüler entwickelt und gestaltet. Diese wurden dafür mit dem Wanderpokal der englischen Jugendleiter ausgezeichnet.

Angriffe am Mahnmal

Leider blieb auch das Mahnmal KZ Kemna nicht dauerhaft von Angriffen verschont.

Erstmals wurde am Volkstrauertag 1999 eine Schändung des Mahnmals offenbar. Unbekannte hatten einen Finger der Bronzeplastik abgesägt.

Nach der Reparatur dieser ersten Schändung kam es im Jahr 2000 zu weiteren Schändungen durch Farbschmierereien, die ihren traurigen Höhepunkt mit einem Angriff auf eine Gedenkveranstaltung des VVN am 09.07.2000, der von 14 rechtsradikalen Personen verübt wurde. Diese Attacke und auch der darauf folgende Prozess sorgten bundesweit für Aufsehen.

Weitere Informationen und Bilder

finden sie auf den Internetseiten des Arbeitskreises der NS-Gedenkstätten in Nordrhein Westfalen e.V.